sich jedoch der Anwender durch Vergleichsmessungen innerhalb derselben Materialart ein zutreffendes Bild über unterschiedliche Feuchteverhältnisse machen, und er hat selbstverständlich die Möglichkeit, die ermittelten Meßergebnisse unter Zuhilfenahme eines alternativen Meßverfahrens (z. B. der Darrmethode) im Einzelfall zu überprüfen.

Ergänzende Meßwert-
Ermittlung für die bauli-
che und gutachterliche
Praxis


Neben der Erfassung der reinen Materialfeuchte ist im Baubereich und in der gutachterlichen Praxis die Erfassung verschiedener ergänzender Meßwerte erforderlich, wie z. B. Lufttemperatur, Luftfeuchte und Material-Oberflächentemperatur. Die Erfassung dieser Meßwerte ermöglicht u. a. die Feststellung von Kältebrücken (Wärmelecks, Isolationsdefekte) und die Errechnung von Taupunktbedingungen unter verschiedenen Feuchtig-keits- und Klimaverhältnissen. Zur Erfassung dieser Einzelmeßwerte sind eine ganze Reihe von Spezialmeßgeräten markteingeführt, ideal für die Verwendung im gesamten Baubereich ist sowohl unter Kosten- wie unter technischen Gesichtspunkten ein kombiniertes Vierfach-Meß-gerät, das sowohl die Erfassung der direkten Materialfeuchte nach dem Widerstands-Meßverfahren wie auch die Ermittlung der geschilderten ergänzenden Meßwerte ermöglicht (Abb. 1). Ein besonderer Gesichtspunkt bei der Erstellung von bautechnischen Gutachten ist sicherlich darin zu erblicken, daß im Einzelfall die Vornahme von Einzel- und Stichprobenmessungen nicht ausreicht, sondern daß für die Ermittlung bestimmter Sachverhalte (z. B. das Langzeitwohnver-halten eines Wohnungsinhabers) die Durchführung von Dauermessungen einschließlich Registrierung und Auswertung der Meßwerte notwendig ist. Hierfür bietet ein soeben neu auf dem Markt erschienenes modulares Meßsystem optimale Voraussetzungen (Abb. 2).

Schlußbetrachtung und
Bewertung der
einzelnen Meßverfahren


Aus vorstehenden Ausführungen ergibt sich zusammenfassend, daß sicherlich keines der beschriebenen Meßverfahren für sich allein den Anspruch erheben kann, gegenüber den Vergleichsverfahren nur Vorteilsgesichtspunkte aufzuweisen und in sich selbst ohne Schwachpunkt zu sein. Die in der Theorie und unter labortechnischen Verhältnissen genaueste Meßmethode ist sicherlich die gravimetri-sche oder Darr-Meßmethode. Die in der baulichen und gutachterlichen Praxis am häufigsten anzutreffende und in der Handhabung wegen ihrer geringen Zerstörungswirkung und Schnelligkeit vorteilhafteste Meßmethode ist jedoch zweifelsfrei das Widerstands-Meßverfahren. Das Meßverfahren nach der CM-Meßmethode kann als Ergänzungsmeßverfahren herangezogen werden.

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Das CM-Meßverfahren wird in der Praxis recht häufig angewandt, erreicht jedoch schon vom theoretischen Ansatz her sicherlich nicht die mit der Darr-Methode unter optimalen Bedingungen erzielbare Meßgenauigkeit. Die Nachteile und möglichen verfälschenden Einflüsse sind praktisch indentisch mit jenen der Darr-Methode (unerwünschte Materialzerstörung, z. B. an Gipswänden und Estrichböden,
Widerstandes nicht nur von der Materialfeuchte, sondern auch von zusätzlichen Nebenfaktoren, wie Materialtemperatur, chemischer Materialzusammensetzung und (in geringerem Maß) Materialdichte abhängig ist.
Um diesen unterschiedlichen Einflüssen je nach vorliegender Baustoff- oder Holzart Rechnung zu tragen, sind moderne Feuchtigkeitsmeßgeräte, die nach dem Widerstands-Meßverfahren arbeiten, mit unterschiedlichen Sorteneinstellungen und Temperaturkompensation ausgerüstet. Im Bereich der meisten Baustoffe werden von den führenden Geräte-Herstellern üblicherweise Umrechnungstabellen mitgeliefert, die dem Benutzer eine Umsetzung des abgelesenen Skalen- oder" Digitalwertes in Feuchtigkeitsprozente (= Gewichtsprozente) je nach Werkstoff ermöglichen. Sehr viel weniger Aussagewert haben Geräteversionen die lediglich mit einer Farbskala, Leuchtdiodenanzeige o. ä. ausgerüstet sind und die sehr unterschiedliche elektrische Leitfähigkeit der einzelnen Baustoffe unberücksichtigt lassen.
Gegenüber der Darr- und der CM-Meßme-thode hat die Widerstands-Meßmethode eine ganze Reihe von Vorteilen, die für die praktische Handhabung wichtig und sicherlich dafür ausschlaggebend sind, daß bei den unterschiedlichen Anwendern Geräte dieser Bauart bevorzugt benützt werden: Die mit der Durchführung eines Meßvorganges verbundene Materialzerstörung ist unerheblich (in weichere Materialien, wie z. B. Gips, können die Meßelektroden, die im allgemeinen Form und Umfang mittelstarker Nägel haben, direkt eingeschlagen werden; bei harten Materialien, wie z. B. Estrich und Beton, muß vorgebohrt und das Bohrloch mit Kontaktmasse ausgefüllt werden, jedoch treten außer den Bohrlöchern mit ca. 5 mm Durchmesser keine weiteren Beschädigungen ein), es können deshalb an jedem Meßort praktisch beliebig viele Einzelmessungen durchgeführt werden, der Benutzer erfährt das Meßergebnis schnell und noch am Meßort, so daß beliebig viele Vergleichsmessungen je nach örtlichen Gegebenheiten und an besonders kritischen Stellen vorgenommen werden können. Ein sehr wesentlicher Vorteilsgesichtspunkt, der vor allem in der gutachterlichen Praxis im Baubereich und bei der Holzverarbeitung eine oft entscheidende Rolle spielt, ist die Tatsache, daß mit der Widerstands-Meßmethode durch entsprechende konstruktive Ausgestaltung der Meßelektroden die Vornahme von Schichtmessungen problemlos möglich ist, so daß der Benutzer sich noch am Meßort ein sehr aufschlußreiches Bild über den Feuchtigkeitsverlauf von der Materialoberfläche bis in tiefere Schichten (z. B. untere Estrichkappe nach VOB) bzw. die Kernzone machen kann.
Ein nicht zu leugnender Problemgesichtspunkt bei Anwendung der Widerstands-Meßmethode ist in der Tatsache zu erblik-ken, daß der Einfluß unterschiedlicher chemischer Zusammensetzung und der Materialdichte nicht bei jeder Baustoffart gleich exakt ermittelt werden kann, so daß nicht für jeden Baustoff exakte Korrekturtabellen verfügbar sind. Auch hier kann
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2 Modulares Meßsystem Gann Hydramette MOD

Schichtproben nur schwer erfaßbar, Verfälschungseinfluß durch Zerkleinerung des Meßgutes usw.). Wenn man den zusätzlichen Unsicherheitsfaktor, der durch die Umrechnungsnotwendigkeit von CM-Prozenten in Gewichtsprozente gegeben ist, hinzurechnet, so muß bei einer abschließenden Wertung des CM-Meßver-fahrens sicherlich gesagt werden, daß dieses Verfahren als alleinige Feuchtigkeitskontrolle keinesfalls angewandt werden sollte, sondern allenfalls als Ergänzung eines anderen Meßverfahrens dienen kann.

Widerstands-
Meßmethode


Die in der meßtechnischen Praxis im Bereich Holz und Baumaterialien wohl am häufigsten anzutreffende Meßmethode zur Erfassung der vorhandenen Materialfeuchte ist die sog. Widerstands-Meßme-thode. Sie beruht auf der physikalisch begründeten Tatsache, daß sich der elektrische Widerstand nahezu jedes Feststoffes je nach vorhandener Feuchtigkeit sehr stark verändert. Bei geringer Materialfeuchte erhöht sich der elektrische Widerstand, mit zunehmender Materialfeuchte wird er geringer. Feuchtigkeitsmeßgeräte, die nach dem Widerstands-Meßverfahren arbeiten, messen also in Wirklichkeit den elektrischen Widerstand eines bestimmten Materials und bringen diesen entweder direkt oder umgerechnet in Feuchteprozente (d. h. Gewichtsprozente) zur Anzeige.
Da die beschriebene Veränderung des elektrischen Widerstandes im unteren Feuchtigkeitsbereich erheblich ist, jedoch im höheren Feuchtebereich (bei Holz z. B. Feuchtewerte über 60% atro) stark abnimmt, ergibt sich für das Verfahren der Feuchtigkeitsmessung nach der Wider-stands-Meßmethode zwangsläufig die Konsequenz, daß alle Meßwerte im niederen Feuchtebereich mit hoher Genauigkeit erfaßt werden können, daß jedoch die Meßwerte ab einer bestimmten Obergrenze, die materialabhängig und deshalb nicht fest definierbar ist, wesentlich ungenauer werden. Die genannte Materialabhängigkeit ist darin begründet, daß die beschriebene Veränderung des elektrischen